Kassen-Nachschau mit Dolibarr: DSFinV-K, TSE-Export und ELSTER-Kassenmeldung
Aktualisiert 2026-10-20
Was bei einer Kassen-Nachschau passiert
Die Kassen-Nachschau nach § 146b AO ist unangekündigt. Der Prüfer darf die Kassenaufzeichnungen und Buchungen einsehen und die Daten über die einheitliche digitale Schnittstelle verlangen, also im Format der DSFinV-K, dazu die Protokolle der TSE. Bei einer Außenprüfung gilt dasselbe für den ganzen Prüfungszeitraum.
Aufbau der DSFinV-K
Die DSFinV-K 2.4 besteht aus 20 CSV-Dateien mit einer index.xml, die Spalten, Datentypen und Nachkommastellen beschreibt. Alles hängt an einem Kassenabschluss (Z_KASSE_ID, Z_ERSTELLUNG, Z_NR):
- Stammdaten: Unternehmen, Standort, Kasse, TSE und Steuersätze je Kassenabschluss.
- Kassenabschluss: Summen je Geschäftsvorfall und Steuersatz, je Zahlart und der Bargeldbestand.
- Einzelaufzeichnungen: jeder Beleg mit Positionen, Steuer, Zahlungen, TSE-Daten und Verweisen, etwa von einer Gutschrift auf den ursprünglichen Verkauf.
In Dolibarr entspricht ein Kassenabschluss einer abgeschlossenen Kassenkontrolle in TakePOS. Ohne täglichen Abschluss fehlt der DSFinV-K das Gerüst: Schließen Sie die Kasse deshalb jeden Abend ab.

Was die Summen erfüllen müssen
- Jeder Beleg: Summe der Positionen = Summe je Steuersatz = Bruttoumsatz = Zahlungen.
- Jeder Kassenabschluss: Zahlungen und Barzahlungen gleich der Summe der Belege, Geschäftsvorfälle gleich der Summe der Positionen.
- Die Vorgangsdaten der TSE (z. B.
Beleg^2.80_2.30_0.00_0.00_0.00^5.10:Bar) stimmen mit Steuersätzen und Zahlungen des Belegs überein. - Ein Verkauf auf Rechnung gleicht sich mit einer Forderungsentstehung aus; die spätere Bezahlung ist eine Forderungsauflösung.
- Ein abgebrochener Vorgang (AVBelegabbruch) hat keine Zahlung.
Das Modul TSE für TakePOS erstellt die DSFinV-K aus den signierten Daten. Unsere Testexporte prüfen wir gegen die offizielle index.xml und gegen genau diese Summen.
Der TSE-Export
Der TSE-Export ist eine TAR-Datei mit den Protokollen der TSE nach BSI TR-03151. Bei einer Cloud-TSE erstellt ihn der Anbieter; das Modul fordert ihn für den gewählten Zeitraum bei fiskaly an und legt die Datei neben die DSFinV-K.
Die Kassenmeldung über ELSTER
Seit dem 1. Januar 2025 werden elektronische Kassen dem Finanzamt über das Formular „Mitteilung über elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a Absatz 4 AO)“ in Mein ELSTER gemeldet: je Betriebsstätte mit allen Kassen. Neue Kassen und Außerbetriebnahmen sind innerhalb eines Monats zu melden.
- Je Kasse: Art (z. B. Computergestützte/PC-Kassensysteme), Software und Version, Seriennummer, Hersteller, Modell, Anschaffung, Inbetriebnahme, gegebenenfalls Außerbetriebnahme mit Grund.
- Je TSE: Seriennummer (64 Hex-Zeichen), BSI-Zertifizierungs-ID im Format NNNN-JJJJ, Inbetriebnahme und Bauform (bei fiskaly: Cloud).

Diese Anleitung erklärt die technische Umsetzung und ersetzt keine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Muss ich die DSFinV-K regelmäßig an das Finanzamt schicken?
Nein. Sie wird nur auf Verlangen bei einer Kassen-Nachschau oder Außenprüfung herausgegeben. Sie müssen sie aber jederzeit erstellen können.
Was ist der Unterschied zwischen DSFinV-K und TSE-Export?
Die DSFinV-K enthält die Geschäftsvorfälle der Kasse in Tabellenform. Der TSE-Export enthält die signierten Protokolle der TSE, mit denen der Prüfer die DSFinV-K gegenprüft.
Warum braucht die DSFinV-K Kassenabschlüsse?
Alle Tabellen hängen an einem Kassenabschluss. In TakePOS ist das die abgeschlossene Kassenkontrolle; ohne sie gibt es nichts zu exportieren.
Wo finde ich die BSI-Zertifizierungs-ID für ELSTER?
Sie steht im Zertifikat der TSE. Das Modul liest sie bei fiskaly aus und zeigt sie im ELSTER-Format NNNN-JJJJ an.
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